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Deutschland / Reisen

Ein Wochenende in Ulm – alle Tipps für deinen Städtetrip

Um den grauen, eintönigen Wintertagen zu entkommen habe ich mich im Dezember entschieden einen kleinen Städtetrip nach Ulm zu machen. Ulm ist eine Stadt mit der ich zuvor nicht wirklich mehr als den bekannten Zungenbrecher “In Ulm, um Ulm und um Ulm herum” verbunden habe. Dafür wurde ich dann umso mehr überrascht von den kleinen mittelalterlichen Gassen, schönen Fachwerkhäusern und dazwischen individuellen Cafés mit alternativem Touch.

Als mein Zug in Ulm einfährt, bricht sogar die sonst so verhangene Wolkendecke auf und die Sonne glitzert verstohlen vom Himmel. Ich schnappe mir meinen Koffer und starte vorfreudig in mein Winter-Microabenteuer.

Ulm liegt direkt an der Donau und hat mit seinen ~130.000 Einwohnern eine überschaubare Größe. Funfact: Ulm wird auch “Zweilandstadt” genannt, da Ulm selbst zu Baden-Württemberg gehört, das auf der anderen Flussseite gelegene Neu-Ulm allerdings zu Bayern. In jedem Fall finde ich, dass sich die mittelalterliche Stadt perfekt für einen Wochenendtrip eignet. Es gibt einige schöne Ecken zu entdecken und viele süße Cafés und Restaurants die im Winter zum Aufwärmen einladen.

Diese Sehenswürdigkeiten solltest du bei deinem Besuch nicht verpassen:

Der Ulmer Münster

Bereits als ich in Ulm ankomme fällt mein erster Blick auf den eindrucksvollen Kirchturm des Ulmer Münsters. Dieser ragt über die Dächer des umliegenden Stadtzentrums hinaus und fällt daher sofort ins Auge. Kein Wunder – denn der Turm ist mit seinen 161 Metern tatsächlich der höchste Kirchturm der Welt. Leider war bei meinem Besuch in Ulm aufgrund von Bauarbeiten der Aufstieg nicht möglich, ich kann mir aber vorstellen, dass man von hier einen wirklich schönen Panoramablick hat. Ich habe gelesen, dass bei gutem Wetter sogar die Alpen in der Ferne zu erspähen sind.

Bummel durch die schönsten Gassen der Altstadt

Rund um den Ulmer Münster erstreckt sich das Zentrum und die Altstadt von Ulm. Ich finde für seine Größe hat Ulm eine überraschend hohe Anzahl an Einkaufsgeschäften. Es lohnt sich also von hier aus einen Einkaufbummel zu starten. Besonders überzeugt haben mich dabei aber nicht die großen Markenketten, die man hier natürlich auch findet, sondern die vielen kleinen Gassen mit individuellen, regionalen Läden. Wer auf träumerische Straßen mit Fachwerkhäusern steht, kommt in Ulm voll auf seine Kosten. Mein Lieblingsort war dabei die Herrenkellergasse. Hier findet ihr nicht nur das süße Café Gustaff, sondern auch Läden wie Gutes von hier in dem man schwäbische Leckereien als Mitbringsel kaufen kann. Ich mochte die gemütliche Atmosphäre in der Stadt, die von der weihnachtlichen Dekoration noch zusätzlich unterstrichen wurde.


Das sind die schönsten Gassen in Ulm:

  • Herrenkellergasse
  • Rabengasse
  • Platzgasse
  • Hafengasse
  • Schuhhausgasse

Das Fischerviertel – ein Fachwerkparadies

Im Fischerviertel, dass direkt in der Nähe der Donau liegt, haben früher die Handwerker der Stadt gewohnt. Ihr solltet euch einen Besuch nicht entgehen lassen, da das Gebiet zu den schönsten Ecken Ulms zählt. Dies liegt an den vielen verwinkelten Gassen, den alten Fachwerkhäusern aber auch den Brücken, unter denen wild das Wasser des Baches tobt. Ich bin ganz begeistert wie pittoresk hier alles aussieht. Ich habe Glück und finde zum Aufwärmen im Café Ulmer Münz, das mitten im Fischerviertel gelegen ist, einen Glühwein zum Mitnehmen. Neben Heißgetränken gibt es hier lecken Kuchen und den Blick auf das schiefste Hotel der Welt. Und ja, es ist wirklich sehr schief! Aber überzeugt euch bei einem Besuch am besten selbst davon.

Spaziergang entlang der Donau

Ich mag es total, wenn Städte direkt am Wasser liegen und so überzeugt mich auch Ulm mit seinen endlosen Spazierwegen entlang der Donau. Hier kann man sich in beide Richtungen die Beine vertreten oder bei gutem Wetter zu einer Fahrradtour starten. Im Sommer muss es richtig schön sein, unter Einheimischen am Fluss zu picknicken oder mit einem mitgebrachten Bierchen auf der alten Stadtmauer zu sitzen. Dafür war es bei meinem Besuch leider viel zu kalt aber trotzdem bot die Donau einen schönen Anblick – und spazieren kann man ja auch im Winter.

Geheimtipp: die farbenfrohen Grabenhäusle

Die Grabenhäusle liegen am nördlichen Rand der Altstadt in den Straßen Selengraben, Frauengraben sowie Neuer Graben und sind eine Ulmer Besonderheit. Es handelt sich dabei um eine Reihe von Häuschen mit Giebeln und Gärten, die zwischen 1610 und 1634 auf den Ulmer Stadtmauerwall gebaut wurden. Hier lebten damals Soldaten, die so einen guten Blick in den zur Befestigung gehörigen Graben hatten. Heute sind die Häuser saniert und ein hübsches Fotomotiv.

Die besten Restaurants und Cafés in Ulm

Das Café Gustaff stieß mir bei meinem Bummel durch die Gassen der Altstadt direkt ins Auge. Mit seinen Lichterketten wirkte es bereits von draußen einladend und der Eindruck bestätigte sich auch drinnen. Neben Kaffee und Kuchen gibt es hier eine große Frühstücksauswahl zu angemessenen Preisen. Ich fand mein Käsefrühstück sehr lecker und auch die Omeletts sahen richtig gut aus.

Auch das Café Brettle ist ein richtiger Wohlfühlort. Es liegt in einer pittoresken Seitengassen und bietet eine gute Auswahl an herzhaften und süßen Speisen. Leider hatte bei meinem Besuch die Küche gerade geschlossen, weshalb ich die hausgemachten Currys nur aus der Ferne bestaunen konnte.

Das Josi – Café, Bar & Food liegt direkt an der Donau und hat wohl einen der schönsten Ausblicke. Hier gibt es ein großes Frühstücksbuffet und auch sonst eine umfassende Speisekarte. Im Sommer wartet außerdem ein toller Außenbereich auf euren Besuch.

Das Damn Burger macht seinem Namen alle Ehre und hat mich direkt mit seinen verdammt guten Burgern überzeugt. Es gibt einige Variationen zur Auswahl und auch vegetarisch / vegane Kundschaft ist hier gut versorgt.

Wenn ihr einen guten Start in den Tag haben möchtet, solltet ihr unbedingt im Café Einstein vorbei schauen. Denn hier gibt es angeblich das größte Frühstücksangebot Europas. Und ich muss sagen, dass kann wirklich stimmen, denn es gibt eine riesige Auswahl an Klassikern und ausgefallen Kompositionen.

Mein Frühstück mit Pencakes war jedenfalls richtig lecker. Auch im Laufe des Tages ist man im Café Einstein mit Salaten, Burgern und schwäbischer Küche gut versorgt.

Frühstück im Cafe Einstein in Ulm
Leckeres Frühstück im Café Einstein

Leider habe ich es nicht geschafft alle Top Foodie-Locations in Ulm zu besuchen. Besonders empfohlen wurde mir allerdings noch das Ulmer Pfannkuchenhaus mit seiner ausgefallenen Pfannkuchenauswahl, das Restaurant Zur Lochmühle und das süße Vintage-Café Fräulein Berger.

Wie lange sollte man in Ulm bleiben?

Ich war für ein Wochenende in Ulm und fand das von der Zeit perfekt, um die kleine Stadt zu erkunden. Ich kann mir vorstellen, dass man hier im Sommer auch noch mehr Zeit verbringen kann. Die Umgebung lockt mit weiteren Ausflügen. So liegt zum Beispiel der bekannte Blautopf in Blaubeuren nur 30 Minuten Fahrt von der Stadt entfernt.

Warst du schon in Ulm? Was sind deine Tipps für die mittelalterliche Stadt?

Suchst du nach anderen Alternativen für einen Städtetrip in Deutschland? Dann kann ich dir auch Nürnberg sehr ans Herz legen.

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