Wir hatten es irgendwie geschafft den perfekten Moment zu erwischen. Denn als wir nach der doch sehr anstrengenden Wanderung endlich das Innere der Phraya Nahhon Höhle erreichen, liegt diese fast menschenleer vor uns. Es herrscht andächtige Stille, während wir beobachten, wie sich das Sonnenlicht immer weiter in Richtung des königlichen Pavillons wandert.
Es ist ein wirklich eindrucksvolles Erlebnis. Die einzigartige Natur, die diese riesige Höhle geschaffen hat, darin die Pflanzen und Bäume, die sich dem Sonnenlicht entgegen strecken und in der Mitte der goldene Tempel. Ich mag es, dass alle sich nur noch Flüsternd verständigen, um die andächtige Atmosphäre nicht zu stören. Als würden laute Worte dem Ort ihren Zauber nehmen.
Ich hatte den Nationalpark Khao Sam Roi Yot und die drin liegende Phraya Nakhon Höhle zufällig auf Instagram entdeckt. Mitten in der Thailändischen Hauptsaison suchte ich nach besonderen Orten, abseits des Massentourismus und dieser blieb mir direkt im Kopf hängen. Und das völlig zu recht, denn es ist einfach richtig schön hier und ein Besuch lohnt sich allemal!
Wir waren im Dezember und Januar drei Wochen in Thailand unterwegs. Bei unserer Reise haben wir bewusst versucht, die bekannten Wege zu verlassen und möglichst viele Geheimtipps abzuklappern. Dabei haben wir traumhafte Inseln und Nationalparks erkundet, sind mit dem Roller umhergecruist und mit kleinen Longtail-Booten zu abgelegenen Stränden aufgebrochen – und haben uns dabei immer wieder neu in das asiatische Land verliebt. Unsere Route führte uns vom Flughafen in Phuket zunächst auf meine neuen Lieblingsinsel Koh Yao Noi. Von dort ging es weiter ins lebhafte Ao Nang und auf die ruhige Insel Koh Mook. Mit dem Nachtzug reisten wir anschließend nach Hua Hin, von wo aus wir den Khao Sam Roi Yot Nationalpark erkundeten. Den Abschluss unserer Reise bildete Bangkok. Ich habe unseren Trip wirklich geliebt und freue mich hier und in den weiteren Artikeln alle Details zu unserer Reise zu teilen. Wenn du mehr zu unserer Route erfahren möchtest, schau gerne auch in unseren Überblick zur Thailandreise.

Allgemeine Infos zum Khao Sam Roi Yot Nationalpark
Der Khao Sam Roi Yot Nationalparkt ist einer der ältesten Nationalparks Thailands und liegt an der Küste der Provinz Prachuap Khiri Khan, rund 60 Kilometer südlich von Hua Hin. Seinen Namen verdankt der Park den unzähligen zerklüfteten Gipfeln, die hier aus der sonst flachen Landschaft aufragen. Ich bin generell fasziniert davon, wie vielfältig die Landschaft innerhalb des Nationalparks ist. Denn auf kleinem Raum trifft die dramatische Bergkulisse auf Mangrovenwälder, Süßwassersümpfe und ruhige Strände. Auf rund 100 km² gibt es im Nationalpark viele Highlights zu entdecken. Die bekannteste und eindrucksvollste Sehenswürdigkeit ist dabei die Phraya Naklon Höhle. Für mich stand direkt fest, dass ich diese unbedingt sehen wollte. Der Nationalpark hat aber noch viel mehr zu bieten, daher kann man mit mehr Zeit noch weitere Highlights entdecken. Wir haben zum Beispiel eine Bootsfahrt durch das Feuchtgebiet des Nationalparks und ein Meer aus Lotusblumen gemacht und den Bueng Bua Wood Boardwalk besucht. Interessant ist auch ein Abstecher zum Khao Daeng View Point, dem feinen Sam Roi Sandstrand oder der unbekannteren Sai Cave.



Eintrittspreis für einen Tag im Nationalpark
Für den Besuch des Nationalparks fällt pro Tag und Person ein Eintrittspreis von 200 Baht an. Es lohnt sich daher, direkt mehrere Attraktionen an einem Tag zu besuchen. Dadurch muss man nur einmal zahlen, denn das Ticket gilt im gesamten Park. Es können zusätzlich noch Parkgebühren oder Beiträge für zum Beispiel Bootsfahrten anfallen.
Anreise zum Nationalpark und der Phraya Naklon Höhle
Ich fand es im Vorfeld gar nicht so einfach, herauszufinden, wie man die Höhle und den Rest des Nationalparks am besten besuchen kann und es hat doch etwas Recherche gebraucht.
Zuerst einmal stellt sich die Frage nach dem besten Übernachtungsort. Wir haben uns für einen Aufenthalt in Hua Hin entschieden. Die größere Stadt liegt ca. 60 Kilometer vom Park entfernt und man sollte ungefähr eine Stunde Fahrzeit einplanen. Hua Hin liegt direkt am Meer, bietet eine große Auswahl an Hotels, Resorts, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. Wir sind mit der Stadt aber irgendwie nicht so richtig warm geworden und hätten im Nachhinein lieber direkt am Nationalpark übernachtet. Dafür bieten sich zum Beispiel Hotels rund um den Sam Roi Yot Beach an. Hier geht es deutlich ruhiger zu, dafür ist man aber näher am Nationalpark und kann diesen daher auch bequem mit dem Roller erreichen. Noch dazu hat man einen richtig schönen Strand direkt vor der Türe.
Als nächstes ging es an die Organisation der Anreise zum Park. Wir haben uns dafür entschieden, von Hua Hin aus ein privates Taxi zum Nationalpark zu buchen. Dadurch waren wir mit der Besuchszeit flexibel und konnten frei verschiedene Standorte im Park kombinieren. Wir haben für den Tagestrip mit zwei Stops insgesamt 2500 Baht bezahlt und bei Hua-Hin Taxi Online gebucht. Wir haben im Vorfeld mit dem Anbieter abgesprochen, welche Orte wir besuchen wollen. Basierend darauf wurde der Preis berechnet. Wir waren mit unserer Entscheidung sehr zufrieden, da wir die Höhle und Nationalpark lieber ohne eine geführte Gruppe erkunden wollten, um mit möglichst wenig Personen vor Ort zu sein.
Natürlich ist aber auch eine geführte Tour von Hua Hin möglich. Eine andere Option ist es, sich selbst einen Mietwagen oder Roller zu mieten und auf eigene Fast zum Park zu fahren. Dadurch ist man wirklich maximal flexibel und kann ohne Zusatzkosten alle Stopps frei wählen. Tatsächlich war uns die Fahrt von Hua Hin aus aber zu weit für ein Motorrad, insbesondere da der Verkehr in der Stadt doch recht anstrengend ist. Sollte man aber näher am Nationalpark übernachten, finde ich dies eine sehr gute Option.

Die Highlights im Khao Sam Roi Yot Nationalpark
Die eindrucksvolle Phraya Nakhon Höhle
Für mich das absolute Highlight im Sam Roi Yot Nationalpark ist die Phraya Nakhon Höhle. Diesen Ort, werde ich wohl so schnell nicht wieder vergessen. Besonders macht die Höhle, die aus mehreren Kammern besteht, ihr Dach, dass teilweiße eingebrochen ist und so Tageslicht hineinlässt. Dadurch ist im Inneren ein eigenes kleines Ökosystem entstanden, voller Pflanzen und Bäume, die der Sonne entgegen wachsen. So entsteht eine ganz besondere Atmosphäre, die durch den kleinen Pavillon im Zentrum der Höhle eine fast magische Wirkung entfaltet. Dieser wurde im Jahr 1890 zu Ehren von König Rama V errichtet. Ich würde dir empfehlen, früh morgens zu starten, denn zwischen 9 und 10 Uhr wandert das Licht direkt auf den Pavillon und dann ist es am schönsten! Außerdem gilt, je früher du kommst, desto leerer findet du die Höhle. Wir hatten unglaublich viel Glück und waren bei unseren Besuch fast alleine vor Ort. Als wir uns auf den Rückweg machten, kamen uns aber große Reisegruppen und Schulklassen entgegen. Wir sind also sehr froh, dass wir früh gestartet sind und so die Ruhe und einzigartige Stimmung voll aufsaugen konnten.



Wichtig zu wissen: Die Höhle erreichst du nur über eine Wanderung und diese ist zwar gar nicht so weit aber durchaus schweißtreibend! Man startet dafür im Dorf Ban Bang Pu, wo man auch den Eintritt für den Nationalpark bezahlt. Vom Ticketschalter aus führt eine Treppe den Felsen hinauf und schließlich wieder hinunter zum Laem Sala Strand. Diesen Abschnitt kann man bei gutem Wetter auch mit einer kurzen Bootsfahrt überspringen. Bei unserem Besuch war es aber so stürmisch, dass die hohen Wellen diese Option zunichte machten. Im Nachhinein fand ich diesen Abschnitt des Weges aber gut machbar. Schlimmer ist nämlich tatsächlich der Aufstieg vom Strand auf den Berg zur Höhle und den kann man leider sowieso nicht umgehen. Daher bitte unbedingt festes Schuhwerk und ausreichend Wasser einpacken. Der Weg ist mit einigen Pausen machbar aber man sollte körperlich schon fit sein. Ich habe unterwegs einige Personen gesehen, die den Weg abrechen mussten. Wenn man es aber schafft, wird man mit einem tollen Anblick belohnt und vergisst direkt alle Strapazen des Aufstiegs.




Bootsfahrt durch Mangroven und ein Meer aus Lotusblumen
Wir wollten bei unserem Besuch unbedingt noch mehr vom Nationalpark sehen und haben uns entschieden noch einen weiteren Stopp einzuplanen. Dafür brauchte uns unser Fahrer zum Bueng Bua Boat Seaside Entrance. Von hier kann man zu einer Bootsfahrt durch das weitläufige Sumpfgebiet des Nationalparks starten. Und das lohnt sich, denn man fährt mit einem schmalen Holzboot durch eine wirklich einzigartige Naturkulisse. Imposante Felsen umgeben von den Wasserwegen voller Lotusblumen und Wasserrosen. Wir waren auf unser Tour fast allein und konnten uns gar nicht sattsehen an der Natur. Man kann unterwegs auch richtig viele Vögel beobachten. Der Khao Sam Roi Yot Nationalpark gilt als eines der wichtigsten Feuchtgebiete Thailands und ist vor allem für seine Vogelvielfalt bekannt. Mit Glück kann man also zahlreiche Wasser- und Singvögel entdecken. Unterwegs macht man zudem einen Stopp am Bueng Bua Wood Boardwalk einem weiteren Highlight des Nationalparks. Die Bootsfahr dauert ca. 90 Minuten und kostet 500 Baht.

Bueng Bua Wood Boardwalk: Geheimtipp im Nationalpark
Während unserer Bootsfahrt durch die weitläufige Süßwasser-Marschlandschaft des Nationalparks machten wir auch einen Stopp am Bueng Bua Wood Boardwalk. Es handelt sich dabei um einen ca. 1 Kilometer langen Holzsteg mitten durch die eindrucksvolle Wasserlandschaft. Besonders schön, fand ich den Ausblick von der kleinen Aussichtsplattform in der Mitte des Weges. Hier kann man in alle Richtungen blicken und nochmal eine neue Perspektive auf die schöne Kulisse gewinnen. Wenn man Glück hat blühen ja nach Jahreszeit auch die zahlreichen Lotusblumen. Diese bedecken teilweise fast überall die Wasserwege. Übrigens kann man auch direkt vom Boardwalk zu Bootstouren durch das Moor starten.




Weitere Sehenswürdigkeiten im Khao Sam Roi Yot
Neben der bekannten Höhle und den Feuchtgebieten hat der Khao Sam Roi Yot Nationalpark noch einige weitere Highlights zu bieten. Es gibt zum Beispiel ruhige Strände wie den Sam Roi Yot Beach oder den Laem Sala Beach. Diese laden zum Durchatmen ein und wirken deutlich ursprünglicher als viele andere Küstenabschnitte Thailands. Beliebt ist auch der Khao Daeng Viewpoint, von dem man einen tollen Ausblick die Landschaft voller Mangroven, Feuchtgebiete und der markanten Kalksteinberge hat. Ich hätte dies auch gerne noch gesehen, wir haben es leider aber aus Zeitgründen nicht mehr geschafft. Im Nationalpark gibt es zudem noch weitere Höhlen, wie die Kaew Cave oder die Sai Cave.

Übernachten rund um den Khao Sam Rot Yot Nationalpark und Hua Hin
Wir haben in Hua Hin übernachtet und den Nationalpark als Tagesausflug erkundet. Im Nachhinein würden wir eher eine Unterkunft in der Nähe des Parks wählen, um mehr Zeit vor Ort zu haben und die besondere Ruhe der Region noch bewusster genießen zu können.
- The Beach Village Resort: Das Resort liegt ruhig eingebettet in einer Kokosplantage, nur wenige Meter vom Strand entfernt. Die großzügigen Villen sind komfortabel ausgestattet und verfügen jeweils über eine private Dachterrasse. Der große, tropisch angelegte Pool sorgt für zusätzliche Entspannung nach einem Besuch im Nationalpark.
- Dolphin Bay Beach Resort: Das Resort, direkt am ruhigen Dolphin Bay Strand, hat einen tollen Ausblick aufs Meer. Die Anlage ist familienfreundlich gestaltet und bietet neben gemütlichen Zimmern mehrere Pools sowie ein Restaurant direkt am Strand.
- The Sea Cret Hua Hin: Während unserem Ausflug in den Nationalpark haben wir hier übernachtet. Das stilvolle Boutique-Hotel liegt in Hua Hin, nur wenige Minuten vom Strand entfernt. Ein besonderes Highlight sind die Zimmer mit direktem Poolzugang oder privatem Whirlpool. Wir haben uns im Hotel sehr wohlgefühlt, das Frühstück hat uns aber nicht überzeugen können.
- The Peri Hotel Hua Hin: Für mich eins der schönsten Hotels in Hua Hin! Umgeben von viel Grün und mit modernem, farbenfrohem Design verbindet das Peri Hotel entspannte Atmosphäre mit stilvollem Komfort. Die Zimmer sind geschmackvoll eingerichtet, während der Poolbereich mit Palmen und Liegen zum Verweilen einlädt.

Lohnt sich ein Besuch im Khao Sam Rot Yot Naionalpark?
Ich finde die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, denn meine Meinung ist zweigeteilt. Ich fand den Nationalpark und vor allem die Phraya Nakhon Cave wirklich richtig schön und bereue unseren Ausflug definitiv nicht. Trotzdem glaube ich, dass sich ein Besuch vor allem dann lohnt, wenn man sowieso in der Gegend unterwegs ist. Dann sollte man einen Tag im Nationalpark definitiv einplanen. Wenn man aber zum ersten Mal länger in Thailand unterwegs ist, oder generell wenig Zeit für seine Reise hat, würde ich den Nationalpark eher überspringen. Einfach hauptsächlich wegen seiner Lage. Es gibt drum herum einfach nicht so viele schöne Orte und ich mir persönlich hat Hua Hin einfach nicht gefallen. Vielleicht wäre das auch anders gewesen, wenn wir wo anders übernachtet hätten. Ich finde, es gibt dann in Thailand einfach so viele andere Orte, die sich eher als Stopp anbieten. Für alle, die aber Etwas abseits der normalen Touristenrouten suchen und genug Zeit für einen Stopp in der Gegend haben, ist der Nationalpark wirklich ein toller Geheimtipp!


Warst du bereits im Khao Sam Roi Yot Nationalpark oder planst einen Ausflug dorthin?
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